Die Philosophie ist überall …

 

 

 … meint Alexander George in seinem Buch Was ist das Gegenteil von einem Löwen? und fährt fort: „weil jeder von uns im Lauf seines Lebens mit philosophischen Fragen konfrontiert ist. Das können drängende Fragen sein („Wäre es falsch, sich jetzt einen Kuss zu erschwindeln?“) oder Rätsel jener Art, die einem die Gehirnwindungen verknoten, wenn man abends im Bett darüber nachdenkt („Wenn Gott alles weiß, kann ich dann frei entscheiden, wann ich aufstehe?“). […] Man kann sich darüber streiten, wie sapiens (wissend) der Mensch ist, doch es ist unstrittig, dass wir hoffnungslos philosophisch sind – unsere Spezies sollte also besser homo philosophicus heißen.“

Das Fach Praktische Philosophie (Klasse 7 bis 9) und Philosophie (Oberstufe) wendet sich an den homo philosophicus in uns allen. Es gibt unterschiedliche Auffassungen darüber, was Philosophie auszeichne. Die meisten Menschen glauben, dass es eine eindeutige Definition von Philosophie und philosophischer Methode nicht gibt. Dennoch: Es ist eine typisch menschliche Lust, immer wieder über sich selbst und seine Stellung in der Welt nachzudenken.

 

 

 

Selbstverständnis des Fachs Philosophie / Praktische Philosophie

 

Was ist Philosophie, wozu Philosophieunterricht?

 

Was zeichnet Philosophieren mit Kindern und Jugendlichen aus?

 

Was zeichnet Philosophieren in der Oberstufe aus?

 

Notengebung: Wann ist jemand eine gute Philosophin, ein guter Philosoph?

 

Weiterführende Links

 

 

 

 

Selbstverständnis des Fachs Philosophie / Praktische Philosophie

Im Königin-Mathilde-Gymnasium wird Praktische Philosophie ab Klasse 7 angeboten: als Regelunterricht für Schülerinnen und Schüler, die nicht konfessionell (evangelisch oder katholisch) gebunden sind, und als Ersatzunterricht für Schülerinnen und Schüler, die zwar konfessionell gebunden sind, aber nicht am Religionsunterricht teilnehmen. Die Religionsfachschaften des Königin-Mathilde-Gymnasium bieten nicht konfessionell gebundenen Schülerinnen und Schülern an, statt Praktische Philosophie den Unterricht in Religionslehre zu besuchen. Die Fachschaft Philosophie sieht darin eine gelungene Erweiterung des Angebots an Schülerinnen und Schüler, den eigenen Bedürfnissen gemäß zu entscheiden, wie sie sich religiös-metaphysischen Fragen und Antworten nähern möchten. Im Fach Praktische Philosophie werden wichtige Sinn- und Wertefragen behandelt. Das soll Heranwachsenden dabei helfen, sich zunehmend eigenständig mit Sinnangeboten auseinanderzusetzen und sich begründet für oder gegen bestimmte Haltungen zu entscheiden und zwar in dem Wissen, dass endgültige Wahrheiten gerade in den wichtigen Fragen menschlicher Existenz nicht möglich sind.

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Was ist Philosophie, wozu Philosophieunterricht?

Philosophie: forschendes Fragen und Streben nach Erkenntnis des letzten Sinnes, der Ursprünge des Denkens und Seins, der Stellung des Menschen im Universum, des Zusammenhanges der Dinge in der Welt. So antworten etwas hochtrabend typische Lexikoneinträge.

Philosophieunterricht möchte den kritischen Scharfsinn von Menschen durch die gemeinsame Klärung wichtiger Fragen des Lebens schulen. Philosophie ist keine Disziplin mit festem Gegenstandsbereich, wie z.B. Mathematik, Chemie oder Physik, sondern umfasst das gemeinsame Bemühen der Philosophinnen und Philosophen, durch klares und genaues Nachdenken die kleinen und auch größeren Weis­heiten des Lebens von verführerischen Scheinwahrheiten zunehmend sicherer zu trennen.

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Was zeichnet Philosophieren mit Kindern und Jugendlichen aus?

Aus einem Interview mit Christophe Rude in der Süddeutschen Zeitung vom 17.November 2008: „Der Unterricht erstickt das Fragen“:

 

[…]

SZ: Was machen Lehrer falsch?

Rude: Sie stellen fast nur Fragen, deren Antwort sie bereits kennen. Und wie viele Erwachsene tendieren sie dazu, gleich Erklärungen abzugeben, wenn ein Kind etwas fragt. Damit wird ihm die Möglichkeit genommen, sich selbst mit der Frage zu beschäftigen. Man sollte stattdessen zurückfragen: Wie meinst du das? Was denkst du darüber? Dann wird das Kind selber eine Antwort entwickeln. Diese Fähigkeit ist extrem wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung.

SZ: Was muss man lernen, um mit Kindern philosophieren zu können?

Rude: Um mit Kindern philosophische Gespräche zu führen, müssen Lehrer vor allem lernen, sich zurückzunehmen und Gespräche nicht zu lenken. Sie müssen den Kindern etwas zutrauen, nämlich eigenständig zu denken. […]

 

Die Fähigkeiten, eigenständig zu denken und selbstverantwortet zu urteilen, sind zentrale Anliegen des Philosophierens in jedem Alter von der Grundschule bis zur Universität. Das Training dieser Fähigkeiten, deren Zusammenspiel vornehm auch als „philosophische Problemlösekompetenz“ bezeichnet wird, verbindet die fachlichen Ziele in der Mittel- und Oberstufe.

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Was zeichnet Philosophieren in der Oberstufe aus?

Immanuel Kant, ein großer Philosoph nicht nur des 18. Jahrhunderts, drückt aus, was Oberstufenschüler in den Philosophieunterricht mitbringen sollten, was sie dort erwartet und was sie an Gewinn erhoffen können:

 

„[Wer] philosophieren lernen will, darf [...] alle Systeme der Philosophie nur als Geschichte des Gebrauchs der Vernunft ansehen und als Objekte der Übung seines philosophischen Talents. [...] Philosophieren lässt sich aber nur durch Übung und selbsteigenen Gebrauch der Vernunft lernen.“ (Zitiert nach Gottlob Benjamin Jäsche, Immanuel Kants Logik, Leipzig 1876)

 

„Selbsteigener Gebrauch der Vernunft“ heißt in etwa dieses: ein kritisches Nachdenken, das begriffliche Unklarheit, inhaltliche Ungereimtheit oder Widersprüche im Denken aufklären und beseitigen will, sobald sie entdeckt werden.

 

Im Philosophieunterricht der Oberstufe stehen zwei Ziele im Mittelpunkt: zum einen selbst zu denken und sich auf die Kraft guter Gründe zu verlassen, statt sich hinter Autoritäten (wie Gott, dem Papst, Aristoteles, dem Gesetzgeber oder der Schulleitung) zu verstecken, und zum anderen Übung darin, reizvolle Texte fair zu analysieren. Die Untersuchung eines Textes setzt beim Verstehen an (Worum geht es eigentlich? Was behauptet der Autor und wie begründet er es?), geht dann zur kritischen Prüfung über (Ist die Begründung fehlerfrei? Wie plausibel sind die Annahmen?) und führt im Idealfall zu einer eigenen begründeten Haltung, die in vernünftig geführten Debatten gegen konkurrierende Auffassungen verteidigt werden kann.

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Notengebung: Wann ist jemand eine gute Philosophin, ein guter Philosoph?

Die Unterrichtsziele selbst weisen den Weg: Je mehr jemand die folgenden Fähigkeiten besitzt und zur Sachklärung einsetzt, desto besser die Note. Natürlich ist das Alter zu berücksichtigen. Lange vor der Perfektion ist die Note sehr gut erreicht.

 

  • genau lesen
  • klar denken
  • verständlich reden
  • verständlich und widerspruchsfrei schreiben
  • begründet urteilen
  • unbegründet vermuten
  • Kritik als Ansatz zur Verbesserung akzeptieren
  • Dissens aushalten und Streit in der Sache argumentativ wohlwollend austragen
  • Empathie für Mitmenschen entwickeln
  • ausgewogen und fair miteinander umgehen

 

Hinweise zum Leistungsstand geben auch die aktive Teilnahme am Unterricht und die Fähigkeit und Bereitschaft …

 

  • zu echter Sachklärung in Gesprächen beizutragen
  • Gruppenarbeitsphasen ergebnisorientiert mitzugestalten
  • Hausaufgaben sachdienlich zu erledigen
  • Einzelaufgaben, wie (Kurz-)Referate, Präsentationen oder Recherchen zu übernehmen
  • Fragen zu stellen und selbstständig weiter zu denken
  • Dissens auszuhalten und Meinungsverschiedenheiten argumentativ und wohlwollend auszutragen
  • konzentriert und ausdauernd auch zunehmend schwierigere Texte fair zu lesen

 

Je mehr davon gegeben ist, desto besser die Note.

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Weiterführende Links

 

Schulintern (folgen in Kürze):

Schulinterner Lehrplan Praktische Philosophie Klasse 7 bis 9

Schulinterner Lehrplan Philosophie Oberstufe

Selbstverständnis des Faches Philosophie zur Diskussion angeboten

 

über Schule hinaus:

studieren ab 15

essay-wettbewerb

Bielefelder Fachtag Philosophie

Philosophischer Aschermittwoch

Philosophische Themen

Handwerk Philosophie

 

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Fünf Säulen methodisch geleiteten Philosophierens (Übersichtsgrafik „DenkArt – Arbeitsbuch Ethik“. ©Schöningh-Verlag 2015)

 

 

 

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